24 Stunden Übung der Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim

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(cr/mpk) Am Freitag, den 20.06.2014 fanden sich gegen 18.00 Uhr zahlreiche Mitglieder der Jugendfeuerwehr Ginnheim und Rödelheim im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ginnheim ein. Schlafsäcke, Reisetaschen, Luftmatratzen, Isomatten, Feldbetten...alles wurde mitgebracht, doch ein Ausflug mit Übernachtung stand nicht auf dem Programm.... die 25 Jugendlichen, 15 Mitglieder der Einsatzabteilungen der beteiligten Feuerwehren und das siebenköpfige Aufbauteam kamen zusammen, weil eine 24-Stunden-Übung zu absolvieren war.

Eine solche Übung wird von der Jugendfeuerwehr Ginnheim und Rödelheim im zweijährigen Turnus veranstaltet. Hierbei soll den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, in einem Zeitrahmen von 24 Stunden eine große Anzahl von Übungseinsätzen mit zu erleben, und so den Arbeitsalltag bei der Feuerwehr Frankfurt kennen zu lernen.

Um 18:55 Uhr geht es los – Alarm ertönt aus den Lautsprechern im Gerätehaus. Eine Brandmeldeanlage, die einen Brand in ein Schulgebäude in Eschersheim meldet. Wie bei einer realen Alarmierung auch, wirft der Alarmdrucker die Einsatzbefehle für die beteiligten Fahrzeuge aus. Wie im Realfall gibt es auch hier eine Leitstelle, so dass auch der Funkverkehr der Fahrzeuge mit der Leitstelle realitätsnah abgewickelt werden kann. Vor Ort wird eine unklare Lage vorgefunden. Die Einsatzkräfte bereiten einen Löschangriff vor und durchsuchen das Gebäude, können aber weder eine Rauchentwicklung noch verletzte Personen finden. Nach dem das Gebäude komplett abgesucht wurde und klar ist, dass kein Feuer ausgebrochen war, beginnt der Rückbau der Schläuche und es geht gegen 21.00 Uhr zurück ins Gerätehaus.

Der nächste Alarm ertönt um 22:23 Uhr - ein Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen und verletzten Personen im Stadtteil Riedberg. Routiniert besetzen die Jugendlichen, trotz der vorgerückten Stunde, die Fahrzeuge. Die Einheitsführer melden das Abrücken an die (Übungs-) Leitstelle. Mit dabei ist ein Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes. Vor Ort zeigt sich, dass drei Fahrzeuge in den Unfall verwickelt sind und Öl aus diesen ausgelaufen ist. In den Fahrzeugen befinden sich verletzte Personen. In einem angrenzenden Feld sind, nachdem die Verletzten aus den Fahrzeugen gerettet wurden, plötzlich Hilfeschreie zu hören. Mehrere Trupps und der Einsatzleiter machen sich auf den Weg auch die letzten Unfallopfer zu retten. Als die beiden Unfallopfer aus dem Feld gerettet sind, beginnen die verunfallten Fahrzeuge plötzlich zu „brennen". Die schon zu Einsatzbeginn vorbereiteten Schaumrohre kommen mit Übungsschaum zum Einsatz. Nachdem das imaginäre „Feuer" an den Fahrzeugen gelöscht ist, wird das eingesetzte Material wieder in die Fahrzeuge verladen und es geht zurück ins Gerätehaus. Müde und erschöpft fallen alle Einsatzkräfte in die Betten. Langsam kehrt Ruhe ein.

Gegen 6:00 Uhr morgens, am Samstag den 21.06.2014, wachen die ersten Jugendlichen auf. Noch ist es ruhig. Dann, um 6:28 Uhr, schrillt wieder der Alarm - ein eingestürztes Gerüst auf einem Spielplatz im Buga Gelände, Ginnheimer Wäldchen. An der Einsatzstelle angekommen sind mehrere verletze Personen auf dem Gerüst zu erkennen. Routiniert retten die Jugendlichen die ohne weitere Hilfsmittel erreichbaren Verletzten. Spezialaufgaben erwarten die Einsatzkräfte. Sie müssen einen Leiterhebel bauen um einen Dummy von einer Bühne des Gerüstes zu retten. Um die Verletzten versorgen zu können, wurde von einer weiteren Einheit eine Verletztensammelstelle aufgebaut. Währenddessen hat eine andere Einheit das immer noch wackelige Gerüst mit einer Holzkonstruktion abgestützt.

Gegen 8:00 Uhr sind alle Einsatzkräfte zurück im Gerätehaus, wo schon das Frühstück wartet. Doch die nächste Alarmierung lässt nicht lange auf sich warten - 8:42 Uhr, eine Explosion in einer Kleingartenanlage an der Raimundstraße wird gemeldet. Vor Ort finden sich mehrere Brandnester und einige verwirrt umherirrende Personen. Die Jugendlichen werden zuerst zur Versorgung der Personen und zum Absuchen des weiträumigen Geländes eingesetzt. Die Gruppenführer und der Einsatzleiter sind bei der Koordination der einzelnen Trupps gefordert. Nachdem die letzten Personen gefunden und versorgt sind, kümmern sich die Jugendlichen um die Brandstellen und löschen diese. Wie immer steht am Ende des Einsatzes das Aufrüsten der Fahrzeuge an. Gegen 10:30 Uhr sind alle zurück im Gerätehaus.

Nun bleibt ein wenig Zeit zum Ausruhen, ehe um 11:18 Uhr erneut das Alarmsignal erklingt – es alarmiert in ein Heizwerk in Ortsteil Nieder-Eschbach. Mehrere Personen sind verletzt; einige in Schächte abgestürzt. Wieder muss ein Leiterhebel eingesetzt werden. Mit einem Leiterbock wird eine Person aus einem Schacht gerettet. Die geretteten werden in die Verletztensammelstelle gebracht wo sie von weiteren Einsatzkräften betreut werden. Unter Mitwirkung aller Kräfte, auch fahrzeugübergreifend, wird auch diese Aufgabe gemeistert.

Nach der Rückkehr ins Gerätehaus in Ginnheim wird das Mittagessen zubereitet. Wie im Berufsalltag der Feuerwehr nehmen die Einsätze jedoch keine Rücksicht auf Essenszeiten. Um 14:02 ruft der Lautsprecher gegen zu einem Brandeinsatz mit Gefahr für Menschenleben im Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center (FRTC) in der Feuerwehrstraße 1. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte, bei diesem Einsatz wieder mit der Unterstützung des Rettungswagens des Malteser Hilfsdienstes, quillt dichter Rauch aus den Fenstern, Feuer wütet in zwei Wohnungen. Nachdem ein Überblick über die Lage geschaffen wurde, war deutlich zu erkennen, welche Aufgaben auf die verschiedenen Einheiten warten. Die Wasserversorgung muss hergestellt und die Menschenrettung und Brandbekämpfung muss organisiert werden. Die Gruppenführer erteilen den Jugendlichen die Einsatzbefehle und schon werden Schläuche ausgerollt und die ersten Trupps gehen in das Gebäude vor. Die "Schaulustigen" werden von den Eltern der Jugendlichen dargestellt und auch die Presse ist vor Ort vertreten. 11 Verletzte werden aus dem Gebäude gerettet und dem Rettungsdienst übergeben und auch von Jugendlichen betreut. Parallel läuft die Brandbekämpfung. Nach etwa einer Stunde ist der Einsatz abgearbeitet.

Der Jugendfeuerwehrwart der Freiwilligen Feuerwehr Ginnheim, Dennis Vetter, zieht vor den Eltern der Jugendlichen ein Resümee über den geleisteten Einsatz und die vergangenen fast 24 Stunden. Die Eltern spenden der Leistung ihrer Kinder Applaus. Müde aber Glücklich über die eigenen Leistungen, werden die Jugendlichen gegen 17:30 Uhr mit einem großen Dankeschön von den Jugendfeuerwehrwarten der Freiwilligen Feuerwehren Ginnheim und Rödelheim verabschiedet.

Nach etwa einem viertel Jahr Vorbereitungszeit, unter Beteiligung von 25 Jugendlichen, 15 Helfern aus den Reihen der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Ginnheim und Rödelheim, sieben Verletztendarstellern, der Mitwirkung der Informations- und Kommunikations-Gruppe sowie des Malteser Hilfsdienstes konnten 6 Übungen in 24 Stunden durchgeführt werden. Die Übungen dienten der Schulung der Jugendlichen aber auch der Schulung der eingesetzten Gruppenführer.

Alle Fotos zu dieser Übung finden Sie hier.

Infos zur Freiwilligen Feuerwehr Ginnheim gibt es unter www.ff-ginnheim.de.